Worum geht es?
- Ich nehme mir Zeit für Gott und mich.
- Ich höre auf ihn: in der Stille, in seinem Wort.
- Ich rede mit ihm: im vertrauensvollen Gebet.
Warum Stille Zeit?
- Weil sie mich mit dem Ewigen in Kontakt bringt und mein Inneres klärt.
- Weil mir Gottes Wort nur dann eine Hilfe sein kann, wenn ich es in mich aufnehme.
- Weil keine Beziehung lebendig ist, wenn man nicht aufeinander hört und miteinander redet.
Was bringt die Stille Zeit?
- Ich bin ihm nahe und werde immer vertrauter mit ihm.
- Er wird mich im Gebet verändern.
- Ich kann Führung erfahren und bessere Entscheidungen treffen.
Wann und wo?
- Ich wähle eine Zeit, in der ich ungestört bin. Die beste Zeit ist der frühe Morgen. Was ich am Morgen empfange, prägt meinen Tag.
- Mein Ort: schlicht und ohne Ablenkung. Mein Ort ist es wert, gestaltet zu werden. Vielleicht mit einem symbolischen Gegenstand: einem Kreuz, einer Kerze, einem Bild, einer Ikone.
Wie vorbereiten?
- Ob meine Stille Zeit erfüllt sein kann, entscheidet sich schon am Abend zuvor: ich stelle mich bereits am Abend auf den nächsten Morgen ein.
- Wenn ich mir eine viertel oder halbe Stunde am Morgen Zeit nehmen will, gehe ich eine virtel oderhalbe Stunde früher zu Bett - dann wird mir kein Schlaf fehlen.
Ein möglicher Ablauf...
- Ich fange nicht gleich mit dem Lesen an. Ich wähle eine Körperhaltung, in der entspannt sein kann. Ich schließe die Augen. Ich atme ein paar mal tief durch, lasse den Atem dann ruhig fließen. Alles andere kann warten. Ruhe ist wichtig, sonst kann ich nichts aufnehmen.
- Ich stelle mich in der Stille bewusst auf die Gegenwart Gottes ein, etwa mit einem wiederholten Gebet: »Nur du allein!«
- Ich bete: »Herr, ich komme jetzt zu Dir. Rede du zu mir. Ich will hören.«
- Ich lese ein gutes Wort (aus der Bibel, einem Andachtsbuch oder ähnlichem). Nicht zu viel auf einmal. Weniger ist mehr. Ich lese mit vernehmbarer Stimme. So schweifen meine Gedanken nicht so schnell ab. Ich höre auf meine Stimme, lese wiederholt, bis das Wort bei mir angekommen ist.
- Ich frage mich, was Gott mir sagen oder zeigen will. Ich nehme mir eine Zeit des Hörens, ohne etwas zu erzwingen. Wenn meine Gedanken abschweifen, macht das nichts; ich komme ich einfach wieder zu meinem Wort zurück.
Nun nehme ich mir Zeit zum Gebet. Vielleicht will ich Ihm für etwas danken. Oder ihn um etwas bitten. Oder klage ihm mein Leid. Oder ich will Ihn anbeten. Wenn ich gerade nicht beten kann oder mag, höre ich nicht gleich auf, sondern bin einfach eine Zeit lang still vor Gott. Das ist eine gute Zeit. Ich plappere dabei nicht, muss nicht alles sagen. Lieber mehr Wesentliches, als wesentlich mehr.- Zum Schluss könnte ich etwas aus dieser Zeit festzuhalten, damit ich mich am Tag dran erinnern kann. Vielleicht nehme ich mir auch etwas für heute vor. Vielleicht möchte ich mir heute Abend noch ein paar kurze Zeilen dazu notieren. So entsteht wie von selbst ein Gebetstagebuch.
Tipps für eine erfüllte Stille Zeit
- Ich lese nicht nur mit dem Kopf, sondern vor allem mit dem Herzen. Was regt sich da in mir? Gott möchte zumeinem Herzen sprechen. Ich lenke also die Aufmerksamkeit vom Text immer wieder auch auf mein Herz.
- Ich suche nicht nur Erkenntnis oder ein bestimmtes Gefühl, sondern vor allem Gott. Um Ihn geht es. Ich suche also nicht zuerst die Gaben, sondern den Geber aller guter Gaben. So werde ich ihm begegnen können.
- Die Stille Zeit wird nicht gehaltvoller, wenn ich mehr in sie hineinpacke. Besser weniger Inhalte, aber tief in mich aufgenommen, als viel, das ich womöglich gar nicht fassen kann. Nehme ich mir zu viel vor, nehme ich mir den Gehalt.
- Ich kann und soll nichts erzwingen. Wenn ich zu müde oder zu abgelenkt bin, bete ich einfach kurz und bin noch eine Zeit lang still. Nur sollte ich meine Zeit mit Gott nicht ganz ausfallen lassen. Sonst „verlerne“ ich sie.
- Gebet braucht wie jede andere Kommunikation vor allem Echtheit, Ehrlichkeit, Offenheit. Auf besonders schöne Worte kommt es überhaupt nicht an. Gebetsformeln können ein hilfreiches „Geländer“, eine „Sprachschule“ und eine enorme Bereicherung sein - sie dürfen aber das persönliche Gebet nicht verdrängen. Keine Beziehung kann nur von Formeln leben. Und: Gott versteht mich auch ohne Worte, denn er hört mein Herz.
- Auch in der Stillen Zeit gilt: Übung macht den Meister. Ich brauche nicht enttäuscht zu sein, wenn die Zeit zunächst noch wenig gehaltvoll ist. Dann muss ich mich noch etwas einüben.
Auch beim Schlafengehen kann ich noch einmal eine kleine Stille Zeit haben. Wenn ich darüber einschlafe, nehme ich meine guten Gedanken und meine Nähe zu Gott mit in die Nacht.- Wenn ich mir eine viertel oder halbe Stunde am Morgen Zeit nehmen will, gehe ich eine viertel oder halbe Stunde früher zu Bett - dann wird mir kein Schlaf fehlen.