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Besinnung

 

  Hier einige Texte zur Selbstreflexion, die hinterfragen und zugleich auch ermutigen.
Hier auch als PDF-Datei.
  Manchmal muss ich mich suchen gehen (Hanni Neubauer)
  Die fünf Freiheiten (Virginia Satir)
  Ganz bei mir (nach Gisela Baltes)
  Arbeite.  (Wolfgang Dietrich)
  Ich wünsche dir  (Jörg Zink)
  Ausgesät (Albert der Große)
  Achte auf dich. Jüdische Überlieferung
  Vergiss die Träume nicht. Ein Segen in schweren Zeiten, aus Irland.

Gebete

 

Gebet um Offenheit und Verfügbarkeit (Peter Köster)

  Dein Lob Jesus
 

Meine Zeit steht in deinen Händen

  Schenke mir, Herr… (Thomas von Aquin)

Selbsterkenntnis / Selbstreflexion meint die Fähigkeit, sich selbst wahrnehmen und betrachten zu können, um mit Hilfe dessen sich selbst leiten und verändern zu können.

Diese Fähigkeit steht nicht im Widerspruch zur Bereitschaft, sich von Gott leiten zu lassen. Beide sind aufeinander bezogen und bedingen einander.

 

Die drei apollonischen Weisheiten

Erkenne dich selbst.

Du bist!

Nichts im Übermaß.

 

  Der Überlieferung des Sokrates und des Platon zufolge sollen am Eingang des Tempels von Delphi die erste (gnothi seauton)  und die dritte (meden agan) der drei Inschriften zu lesen gewesen sein.

Die zweite (Ei!), ist nach Charmides und Plutarch vermutlich eine Antwort gewesen, die der Besucher des Tempels beim Eintreten gegeben hat. Sie ist also ursprünglich eher an die Gottheit gerichtet. Erst später wurde er zur Erkenntnis und Anerkenntnis der eigenen Existenz umgedeutet. Durch ihre Bedeutung kann sie jedoch als „dritte apollonische Weisheit“ gelten.

Auch in einem christlichen Kontext haben diese Weisheiten einen Sinn: Der Mensch erkennt sein wahres Selbst erst im "Eintreten in den Tempel Gottes", also im Gegenüber, in der Anerkenntnis und der versöhnten Beziehung zu dem einzigen Gott, der von sich sagt: "Ich bin, der ich bin".

Die dritte Weisheit "Meden agan" entspricht der christlichen Tugend der Selbstbeherrschung (Engkrateia), die in Gal 5 auch zu den "Früchten des Heiligen Geistes" gezählt wird, die aus einem vom Heiligen Geist geheiligten Leben erwachsen, und ohne die Leben nicht gelingen kann (vgl. unsere heutige "Kultur" der Unmäßigkeit, die ständig Opfer fordert!).

Der Focus der christlichen Lebensgestaltung liegt insofern nicht mehr auf dem eigenen Mühen, sich aus eigener Kraft selbst perfektionieren zu wollen, sondern auf der lebendigen Beziehung zu Gott, aus der heraus Lebensveränderung geschieht.