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Hier dieser Artikel in einer PDF-Version
(noch als Entwurf)„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden
Wort, das aus dem Mund Gottes kommt.“ (5.Mo 8,3; Mt 4,4)
Bei der „Geistlichen Lesung“ geht es um eine bestimmte Art des
Bibellesens:
- ein Übungsweg zum Hören und Aneignen des Wortes.
- eine betende Besinnung eines Bibeltextes.
- ein Gespräch zwischen dem Leser und Gott unter der Wirkung des
Heiligen Geistes.
- eine Art der verwandelnden Begegnung des Einzelnen mit Gott in
der Stille.
"Die Schrift nicht kennen, heißt Christus nicht
kennen", sagt Hieronymus (PL24,17). Darum ist eine regelmäßige Lesung in
der Heiligen Schrift für einen Christen und seine Entwicklung
unverzichtbar. Das Wort Gottes ist Norm und Maßstab für mein Leben, es
zeigt mir Christus, es hat Kraft, es verändert Leben. Alle geistliche
Erfahrung muss sich am Wort Gottes messen lassen.
Die Geistliche Lesung schließt andere Formen des Lesens nicht aus.
Sie ist eine Art unter anderen, die Bibel zu lesen und zu beten.
Sie ist auch nicht höherwertig. Sie ist eine Weise der Lesung, die für
manche Christen eine vertiefende Möglichkeit darstellt. Andere werden
andere Zugangsweisen bevorzugen.
Der Geistlichen Lesung geht es nicht zuerst darum, mehr in Erfahrung zu bringen, sondern
darum, sich mehr von Gott ansprechen zu lassen. Sie ist eine Lesung ohne
Eile, ein verweilendes Lesen, bei dem es nicht auf die Menge ankommt,
sondern auf das „in Ihm sein“. Sie ist eine Lesung mit dem Herzen, und
will darin gewissermaßen das Herz Gottes entdecken. Ihr Weg führt von
den Worten zum Wort und zur Stille vor Gott.
Die Geistliche Lesung sucht nicht primär die "religiöse
Erfahrung" oder das Gefühl, sondern sie sucht Gott. Sie sucht nicht die
Gabe (Erkenntnis, Freude, Trost, Kraft), sondern den Geber aller guten
Gaben. Sie ist kein religiöses Angebot unserer "Erlebnisgesellschaft",
sondern eine Übung, zu Gott in Seinem Wort zu finden und sich von Ihm in
allen Lebensbereichen prägen zu lassen.
Regelmäßig geübt, kann sie unser Denken, unsere Sichtweise
und unser Handeln von
Gott her prägen. Sie kann dazu helfen, diejenigen zu werden, die wir von
Gott her werden sollen und können. Sie kann uns genau wie die Schrift
selbst "Weisheit verleihen, damit wir durch den Glauben an Christus
Jesus gerettet werden", und sie "ist nützlich zur Belehrung, zur
Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit; so wird
der Mensch Gottes zu jedem guten Werk bereit und gerüstet sein.". (1.Tim
3,15f.)
Die Geistliche Lesung ersetzt nicht die "Stille Zeit", zu der u.a.
auch der Lobpreis Gottes, das Dankgebet, die Bitte und Fürbitte gehört.
Sie kann aber die Stille Zeit bereichern oder ergänzen.
Die Geistliche Lesung ersetzt nicht das verstehende
und durchdringende Lesen oder die Exegese. Sie ist gewissermaßen eine
"Lesart", die im betenden und hörenden Lesen besteht.
Ich habe diese geistliche Übung in drei Teile eingeteilt: |
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Eine ganz kurze
Übersicht zur Geistlichen Lesung (ein "Spickzettel") findet sich
hier (PDF-Datei).
Da es bei der
Geistlichen Lesung um ein Hören nicht nur auf Texte, sondern auf Gott
geht, ist sie ohne das Erfülltsein mit dem Heiligen Geist nicht möglich.
Wer aber eine Lebensentscheidung getroffen hat, Jesus nachzufolgen, wer
das Geschenk des Glaubens angenommen hat und "aus Wasser und Geist" (Joh
5,3-8) wiedergeboren ist, der kann Geistliches vernehmen und verstehen,
weil der Geist Gottes in ihm spricht.
In anderen
geistlichen Traditionen ist dieser Übungsweg der Geistlichen Lesung als "lectio divina"
bekannt. Ich habe hier versucht, die lectio divina innerhalb meiner
geistlichen Prägung fruchtbar werden zu lassen und sie gewissermaßen zu
übersetzen. Daher verzichte ich auch auf die lateinischen Bezeichnungen
der Schritte.
Die Geistliche Lesung ist abzugrenzen von
bestimmten Formen der Mystik, der Meditation und der Kontemplation.
Näheres dazu hier.
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